Chronik

1888
1902
1912
1913
1918
1928
1933
1939-1945
1945
1952
1963
1972
1980
1986
1988
1998
2002
2008
2011
2015

1888

„Gründung der Feuerwehr Braubach“

Am 22. Januar 1888 wurde die Freiwillige Feuerwehr Braubach auf die Initiative des Strombaumeisters Wilhelm Faber gegründet. Allerdings war die aufgestellte Einheit nicht die erste Wehr der Stadt. Zu dieser Zeit existierte neben der Werkfeuerwehr der Blei- und Silberhütte und der Feuerwehr der Grube Rosenberg bereits eine Pflichtfeuerwehr aus zum Feuerwehrdienst herangezogenen Bürgern der Stadt. Im Gründungsprotokoll heißt es:

Nachdem der Vorstand gewählt, wurde durch Aklamation Herr Barbier Karl Arzbächer als Vereinsdiener gewählt. Ferner wurde bestimmt, dass die von den Mitgliedern zu zahlenden Beiträge von vierteljährlich 20 Pf. am letzten Tage des Vierteljahres von dem Vereinsdiener erhoben werden. Hierauf meldeten sich 8 inaktive Mitglieder, von denen Herr Bürgermeister Schulte und Herr Robert Friedrich mit in den Vorstand gewählt wurden. Nachdem zum Schluss die nächste Generalversammlung auf nächsten Sonntag Abends 8 Uhr im Gasthaus „Zum Rheinberg“ anberaumt ward, wurde die Versammlung durch den Kommandanten geschlossen.

1902

„Über 60 aktive Wehrleute“

In den ersten Jahren nach der Gründung erlebte die Feuerwehr Braubach einen großen Zustrom freiwilliger Helfer. Schon kurz nach der Jahrhundertwende erreichte die Zahl der Aktiven die Zahl von 60 Wehrleuten. Damit stellte gut jeder zehnte der damals rund 550 Braubacher Haushalte durchschnittlich einen Feuerwehrmann. Eine Quote, von der die Einheit Braubach heute leider meilenweit entfernt ist.

1912

„Großbrand in Braubach“

Am 8. Dezember 1912 brach im Haus des ortsbekannten Bäckermeisters Karl Meschede ein verheerender Brand aus. Aufgrund der engen Bebauung griff das Feuer schnell auf das Nachbarhaus des Metzgers Otto Wiebach über. Trotz dem beherzten Eingreifen der Braubacher Wehrleute wurden beide Häuser ein Raub der Flammen. Glücklicherweise konnten die Wehrleute ein weiteres Übergreifen auf weitere Gebäude verhindern, was gerade zur Weihnachtszeit eine enorme Katastrophe für die ganze Stadt gewesen wäre.

1913

„25-jähriges Jubiläum“

Im Jahr 1913 konnte die Freiwillige Feuerwehr Braubach bereits ihr 25-jähriges Bestehen feiern. Um diesen Anlass gemeinsam mit den Bürgern der Stadt zu begehen, veranstaltete man am 16. und 17. August ein aufwendiges Stiftungsfest. Passend dazu stifteten die Frauen der Wehrleute eine Fahne, die an den am 11. Januar 1913 frisch ins Amt eingeführten Wehrführer Jakob Först übergeben wurde. Im gleichen Jahr beschaffte die Stadt für die Einheit eine mechanische, fahrbare Schiebeleiter der Firma Metz. Diese ist ein Vorgängermodell der heute noch im Einsatzdienst befindlichen Anhängeleiter (AL 16-4).

1918

„Die Wehr nach dem Weltkrieg“

Nach etwas mehr als vier Jahren endete der Erste Weltkrieg. Auch wenn Braubach selbst wie beinahe das gesamte damalige Reichsgebiet von Kampfhandlungen verschont geblieben worden war, ging der Weltenbrand nicht spurlos an der Braubacher Wehr vorüber. Zu Kriegsbeginn 1914 zählte die Braubacher Wehr 74 Aktive, 45 inaktive Förderer sowie 4 Ehrenmitglieder. Bei Kriegsende hatte die Wehr unter den Aktiven 6 und unter den Inaktiven 2 Gefallene zu beklagen. Hinzu kamen zwei noch in Gefangenschaft befindliche Wehrleute.

1928

„Braubacher Wehr feiert Geburtstag“

Im Jahr 1928 hatte sich die Freiwillige Feuerwehr Braubach weitgehend von den Folgen des Ersten Weltkriegs erholt. Damit konnte man unter dem Kommando von Wehrführer Richard Ott (Foto) in diesem Jahr das feierliche Stiftungsfest zum 40. Geburtstag der Wehr begehen. 

1933

„Von der Feuerwehr zur Feuerschutzpolizei“

Auch für die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr änderte sich mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Jahr 1933 einiges. Durch das „Gesetz über das Feuerlöschwesen“ fand im Dezember 1933 eine erste Umstrukturierung statt. Noch weiter ging das aktualisierte Gesetz vom 23.11.1938. Mit Inkrafttreten wurden die von der Feuerwehr gebildeten Verbände und Vereine aufgelöst. Gleichzeitig wurde die Feuerwehr zu einer straff geführten Polizeitruppe umgebaut. Auch die Fahrzeuge mussten in dieser Zeit grün umlackiert werden.

1939-1945

„Die Wehr in den Kriegsjahren“

Mit dem Kriegsbeginn im September 1939 musste auch die Feuerwehr Braubach erste Kameraden an die Wehrmacht abtreten. Um die aktive Wehr bei ihren Aufgaben zu unterstützen, wurde im Jahr 1942 eine Gruppe HJ-Feuerwehr ins Leben gerufen. Im gleichen Jahr mussten die Verantwortlichen mit der Anschaffung eines neuen Tragkraftspritzenanhängers samt einer TS 8/8 auf die intensiver werdenden Luftangriffe der Alliierten reagieren. Zum Einsatz kam der TSA unter anderem nach Bombenangriffen auf Braubach, Oberlahnstein, Rüdesheim sowie Frankfurt. Am 28. März endete der Zweite Weltkrieg für Braubach durch die Besetzung der Amerikaner.

1945

„Wiederaufbau der Wehr“

Schon am 27. Juli 1945 hielt die Feuerwehr Braubach ihre erste Übung nach dem Krieg ab. Der erste Einsatz folgte am 8. und 9. November. Damals war die Wehr mit dem Leerpumpen und Heben des Schiffsanlegers am Rhein beschäftigt. Erfreulicherweise erholte sich auch die Personalstärke der Wehr schnell. Schon Ende 1945 zählte die Braubacher Wehr wieder 44 aktive Kameraden.

1952

„Das erste Löschfahrzeug“

Bisher waren die Braubacher Wehrleute auf Zugfahrzeuge für ihren Tragkraftspitzenanhänger angewiesen. Das änderte sich am 17. August 1952 mit der Indienststellung eines LF 8 der Firma Ford.

1963

„75. Jahre Feuerwehr Braubach“

Im Jahr 1963 konnten die Braubacher Wehrleute bereits das 75-jährige Bestehen ihrer Wehr feiern. Aus diesem Anlass richtete man mit der Unterstützung der Braubacher Bevölkerung zwischen dem 3. und 5. Mai ein großes Fest am Rhein aus.

1972

„Braubach wird Stützpunktwehr“

Das Jahr 1972 brachte für die Braubacher Wehrleute den bis dato größten Einschnitt nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs mit sich. Im Rahmen der Funktional- und Gebietsreform schlossen sich die Gemeinden Braubach, Dachsenhausen, Filsen, Kamp-Bornhofen und Osterspai zur Verbandsgemeinde Braubach zusammen. Damit wurde die Feuerwehr Braubach zur Stützpunktwehr der Verbandsgemeinde.

1980

„Bau des neuen Gerätehauses“

Über Jahrzehnte hinweg war die Wehr in den viel zu kleinen Räumlichkeiten der Schule untergebracht. Im Jahr 1980 erfolgte schließlich der langersehnte erste Spatenstich für das neue Gerätehaus. Nach gut zwei Jahren Bauzeit übergab der 1. Beigeordnete Otto Schmidt am 11. September 1982 den Neubau an die Feuerwehr Braubach. Besonders hervorzuheben sind die über 3.700 Arbeitsstunden, welche die Wehrleute in ihrer Freizeit selbst in den Bau investiert haben.

1986

„Ein heißes Jahr“

Das Jahr 1986 sollte für die Feuerwehr Braubach gleich aus mehreren Gründen ein besonderes werden. Hohe Temperaturen und lange Trockenheit machten damals nicht nur den Braubachern zu schaffen. Auch die Natur litt unter enormer Trockenheit. Im Rahmen der 31. Ausgabe der Großveranstaltung „Rhein in Flammen“ kam es zum Unglück. Ein fehlerhafter Bengalbeutel setzte den knochentrockenen Burgberg in Brand. Durch Steillage dauerten die Löscharbeiten des in voller Ausdehnung brennenden Steilhangs von Samstag- bis Mittwochabend.

Darüber hinaus gründete die Feuerwehr Braubach am 25. August 1986 die Jugendfeuerwehr der Stadt. Gleich 23 Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren konnten damals als Gründungsmitglieder gewonnen werden. Seither ist die Jugendfeuerwehr die wichtigste Nachwuchsquelle für die aktive Wehr der Stadt Braubach. Umso größer ist die Freude, dass sich noch heute drei der Gründungsmitglieder in unseren Reihen befinden.

1988

„100 Jahre Feuerwehr Braubach“

Im Jahr 1988 knallten im Braubacher Gerätehaus die Sektkorken anlässlich des 100. Geburtstags der Wehr. Die 100 Jahre „retten, löschen, bergen, schützen“ feierte man standesgemäß gemeinsam mit den Braubacherinnen und Braubachern in einem großen Festzelt am Rhein. Anlässlich der Hundertjahrfeier ließ man eine Gedenkmünze prägen, die noch immer in so mancher Vitrine der Stadt schlummert.

1998

„Großbrand in der Gaststätte Vier Jahreszeiten“

In der Nacht des 28.08.1998 wurde die Feuerwehr Braubach zu einem ihrer größten Einsätze alarmiert. In dieser Sonntagnacht kam es zu einem Großbrand in der ehemaligen Gaststätte „Vier Jahreszeiten“ im Herzen der Altstadt. Nur mit Mühe konnten die Kameraden der Feuerwehr Braubach gemeinsam mit mehreren alarmierten Nachbarwehren verhindern, dass der Brand auf weitere Häuser der historischen Altstadt übergriff.

2002

„Großbrand auf der Marksburg“

Die einzige niemals zerstörte Höhenburg am Mittelrhein wäre am 6. Juni beinahe ein Raub der Flammen geworden. Ausgelöst durch bauliche Mängel kam es zu einem der Marksburg im Bereich des Bodo Ebhard Saals. Nur durch das verbissene Eingreifen der  Feuerwehren aus Braubach, der Verbandsgemeinde Braubach sowie der Stadt Lahnstein konnte eine Brandausbreitung verhindert werden. Innerhalb weniger Wochen kam es zu zwei weiteren Großbränden in der Firma Sofa Chemie in Kamp-Bornhofen sowie später auf dem Gelände der BSB.

2008

„Spektakuläre Havarie“

Der Braubacher Grund ist häufiger der Schauplatz kleinerer Schiffshavarien. Im Januar 2008 hätte aus der Havarie eines Gastankers eine echte Katastrophe werden können. Für die Befreiungsaktion mittels Schleppern musste neben der Ortschaft Spay auch die Braubacher Altstadt durch die Feuerwehr evakuiert werden. Im gleichen Jahr richtet die Feuerwehr Braubach den 3. Jugendfeuerwehrtag der Verbandsgemeinde aus. Mit von der Partie waren 65 Jungen und Mädchen, die sich im kameradschaftlichen Miteinander messen und Spaß haben konnten.

2011

„25 Jahre Jugendfeuerwehr“

Bei bestem Wetter konnte die Feuerwehr Braubach am 31. Mai 2011 das 25-jährige Bestehen der Jugendfeuerwehr feiern. Um diesen besonderen Tag zu feuern fand parallel der jährliche Jugendfeuerwehrtag der Verbandsgemeinde in den Braubacher Rheinanlagen statt. Ein besonderer Teil der Veranstaltung war die Ehrung von gleich 7 Mitgliedern erster Stunde durch den damaligen Verbandsgemeindebürgermeister Werner Groß. 

2015

„Gründung der Bambini-Feuerwehr“

Seit nunmehr über 35 Jahren ist die Jugendfeuerwehr Braubach eine Institution für die Jungen und Mädchen der Stadt. Im Oktober 2015 haben die „Löschraben“ mit den „kleinen Löschraben“ Zuwachs erhalten. Im Rahmen einer Feierstunde im Gerätehaus, bei der auch der heutige Landesinnenminister Roger Lewentz zugegen war, fand der offizielle Startschuss für unsere Bambini-Feuerwehr statt. Spielerisch führt das Betreuerteam interessierte Kinder zwischen 6 und 10 Jahren seither an das Thema Feuerwehr heran.