Der Innenangriff unter Atemschutz gehört zu den anstrengendsten und risikoreichsten Tätigkeiten im Feuerwehrdienst. Dank moderner Brandschutzkleidung, durchdachter Taktiken und dem einen oder anderen Hightech-Helferlein ist der Innenangriff für unsere Atemschutzgeräteträger so sicher wie niemals zuvor. Einer unserer wichtigsten Helfer ist Bewegungslosmelder oder umgangssprachlich Totmannwarner.

Was macht ein Bewegungslosmelder?

Beim Bewegungslosmelder ist der Name Programm. Einmal scharfgeschaltet, prüft das Gerät, ob sich unsere Atemschutzgeräteträger noch bewegen und handlungsfähig sind. Dazu analysiert das Gerät die Bewegungen.

Besteht über längere Zeit keine ausreichende Aktivität, schlägt der Totmannwarner laut Alarm. Unsere Bewegungslosmelder (Dräger Bodyguard 1000) erreichen dabei eine Lautstärke von 102 bis 112 dBA. Das entspricht etwa der Lautstärkewahrnehmung irgendwo zwischen Schlagschrauber, Kettensäge und Rockkonzert. Alternativ kann ein Alarm auch manuell per Knopfdruck ausgelöst werden. Das ist etwa dann ideal, wenn kein Sprechen mehr möglich ist und eine „Mayday“-Funkspruch somit nicht infrage kommt.

Und was soll der Krach?

An einer Einsatzstelle ist die Kommunikation zwischen Führungskräften und eingesetzten Trupps essenziell. Das gilt sowohl im Hinblick auf die effiziente Erfüllung des Einsatzauftrags als auch in Bezug auf die Sicherheit unserer vorgehenden Trupps.

Das kaum zu überhörende Signal der an unseren Atemschutzgeräten befestigten Bewegungslosmelder dringt auch bei lauten Einsatzstellen aus dem Inneren eines Gebäudes nach außen. Selbst wenn ein in Not geratener Trupp keinen Funkspruch absetzen konnte, signalisiert der Warnton eine Notlage und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass ein verunfallter Trupp schnell gefunden wird.

Um dem Rettungstrupp (i.d.R. der bereitgestellte Sicherheitstrupp oder ein ANTS-Trupp) das Auffinden zu erleichtern, verfügt der Dräger Bodyguard 1000 neben einem akustischen Warnsignal über optische Blinksignale. Auf diesem Weg sind die Träger des Bodyguards auch in dunklen bzw. verrauchten Räumen leichter auszumachen.

Freud und Leid des Atemschutzgeräteträgers

Unsere Bodyguards verfügen über ein zweistufiges Alarmsystem. Vor dem Einsatz werden die Geräte dazu durch das Herausziehen einer Sicherung „scharfgeschaltet“. Registriert der verbaute Bewegungssensor kein ausreichendes Maß an Bewegung, ertönt eine Vorwarnung. Der Atemschutzgeräteträger wird so darauf hingewiesen, dass in Kürze der Hauptalarm ausgelöst wird.

Sowohl der Voralarm als auch der Hauptalarm lassen sich über eine Schnittstelle am PC individuell einstellen. So mancher Atemschutzgeräteträger wird bei einer kurzen Rast im Einsatz oder einer Lagerückmeldung von seinem Bewegungslosmelder durch das „dezente“ Piepen des Voralarms daran erinnert, sich doch einmal wieder zu bewegen.

Registriert das Gerät nämlich ein ausreichendes Maß an Bewegung, schaltet sich der Voralarm wieder ab. Auch wenn die Bodyguards so gerade in ruhigen Situationen oder bei statischen Tätigkeiten den Blutdruck unserer AGTs ein wenig nach oben schießen lassen, sind wir alle froh, unsere persönlichen Bodyguards bei uns zu tragen.

 Mehr als nur ein „Bewegungsmelder“

Das kleine Kästchen registriert jedoch nicht nur Bewegungen. Zudem sind die Geräte mit einem Temperatursensor ausgestattet. Dieser schlägt immer dann an, wenn es in der Einsatzumgebung zu heiß und damit zu gefährlich wird.

Ertönt der Alarm, heißt es für unsere AGTs, den Rückzug antreten. Gleichzeitig ist das Gerät vor Staub und Spritzwasser geschützt und damit auch unter Einsatzbedingungen in einem Brandraum äußerst zuverlässig. Nicht minder praktisch ist die Möglichkeit, die Einsatzdaten nach einem Einsatz direkt am Computer auszulesen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.