Wer am vergangenen Montagabend an unserem Gerätehaus vorbeigekommen ist, hat sich wahrscheinlich gewundert. Überall Schläuche, orangefarbene Planen, ein riesiger Wasserbehälter und etliche knatternde Pumpen.

Nein, wir hatten keinen Wassereinbruch im Keller, der mit eigenen Mitteln zu beseitigen war. Vielmehr haben wir uns an diesem Ausbildungsabend noch einmal intensiv mit unserer Pumpentechnik befasst.

Erfahrungen für die Zukunft nutzen

Während uns in den vergangenen Sommern die Trockenheit mit zahlreichen Wald- und Flächenbränden auf Trab gehalten hat, waren es in diesem Jahr teils sintflutartige Regenfälle. Auch Braubach und die Verbandsgemeinde Loreley hat es speziell im Juni und Juli bereits mehrfach getroffen. Noch wesentlich stärker in Erinnerung geblieben sind uns hier jedoch die Ereignisse unserer diversen Einsätze im Landkreis Ahrweiler.

Die dort gemachten Erfahrungen haben uns dazu veranlasst, uns wieder einmal mit der Feuerwehrpumpentechnik in Bezug auf Flut- und Hochwasserlagen zu befassen. Der Übungsabend diente einerseits dem Anlernen von frischen Kameraden, dem Kennenlernen von Spezialpumpen und dem Wissenstransfer aus dem praktischen Einsatz im Katastrophengebiet.

Pumpentechnik für den Lenzbetrieb von A bis Z

An drei Stationen stand für die anwesenden Kameradinnen und Kameraden der Umgang mit verschiedenen Feuerwehrpumpen im Lenzbetrieb an. Lenzbetrieb bedeutet vereinfach gesagt, dass mit einer Pumpe möglichst viel Wasser bei geringem Ausgangsdruck gefördert wird. So lassen sich etwa Keller, Schächte und Tiefgaragen effizient entwässern.

 

Bevor es an die praktische Ausbildung ging, stand eine theoretische Einführung durch Alexander Proff auf dem Plan. Dabei drehte sich alles um die Einsatzmöglichkeiten verschiedener Feuerwehrpumpen, deren Handhabung, die wichtigsten Einsatzgrundsätze sowie Sicherheit und Vermeidung von Gefahren an Einsatzstellen.

Lenzen mit der Feuerlöschkreiselpumpe

An den Stationen ging es unter der Anleitung von Alexander Proff, Michael Gran und Robert Gramsch an die Arbeit. An Station eins befasste sich unser Gerätewart Robert Gramsch mit dem Einsatz einer Tragkraftspritze sowie der fest verbauten Feuerlöschkreiselpumpe unseres HLF 10 im Lenzbetrieb. Hierzu wurde unser gefüllter Faltbehälter als Entnahmestelle für den Pumpbetrieb verwendet.

Mit der Hand am Gerät wurden den Teilnehmern alle Handgriffe erläutert, die es für den Lenzbetrieb braucht. Ausgehend von der ersten Station wurde das Wasser in einen unserer mobilen Hochwasserdämme umgepumpt. Mit Wasser gefüllt, ist diese Konstruktion in kürzester Zeit als Hochwasserschutz an bedrohten Orten einsetzbar. Der Clou: Auseinandergebaut nimmt der mobile Damm kaum Platz weg und lässt sich problemlos auf unseren Fahrzeugen verlasten.

Vom einen Damm in den anderen

Am ersten von zwei aufgebauten Mobildämmen drehte sich unter der Anleitung von Alexander Proff alles um den Einsatz von Tauchpumpen bei der Feuerwehr. Mit Hilfe von zwei Tauchpumpen des Typs TP 4-1 wurde das in den ersten mobilen Damm gepumpte Wasser in einen zweiten Damm umgepumpt.

Während die Pumpen ihre Arbeit verrichteten, wurden Themen wie die maximal förderbare Korngröße sowie die Förderleistung besprochen. Im Fall der Tauchpumpe TP 4-1 sind es etwa 400 Liter pro Minute bei 1 Bar. Die maximale Förderhöhe liegt bei 10 Metern, was mehr als ausreichend für Auspumparbeiten ist. Auch Tipps und Tricks zur bestmöglichen Verlegung der Schläuche sowie Möglichkeiten des Flachsaugens wurden zwischen den Teilnehmern intensiv ausgetauscht.

Das Lenzmonster aus Bayern

Die dritte, von Michael Gran betreute, Station hielt für unsere Kameradinnen und Kameraden ein ganz besonderes Schätzchen bereit. Die Rede ist von der sogenannten „Chiemsee-Pumpe“. Mit einer Förderleistung von bis zu 1.800 Litern pro Minute und einem Korndurchgang von bis zu 70 mm schafft die Pumpe ein beachtliches Volumen. Auch verschlammtes Wasser samt kleineren Steinen und Unrat ist für das Kraftpaket kein Problem.

Davon konnten sich die Kameraden überzeugen, als aus experimentellen Gründen gleich mehrere Infektionsschutzhandschuhe durch die Pumpe gejagt wurden. Mit Hilfe der Chiemsee-Pumpe wurde im Übungsaufbau das Wasser aus dem zweiten mobilen Damm zurück in den Löschwasserfaltbehälter gepumpt.

Und so – Achtung, platte Phrase – schloss sich für die anwesenden Teilnehmer der Kreis. Das Feedback der Anwesenden fiel durchweg positiv aus. An dieser Stelle danken wir unseren drei Ausbildern für die investierte Zeit.

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