Wenn es brennt, sich ein Verkehrsunfall ereignet oder ein medizinischer Notfall eintritt, ist die 112 die Nummer der Wahl. Im Gespräch mit dem Disponenten werden die goldenen W-Fragen bearbeitet. Wo ist das Ereignis? Wer ruft an? Was ist geschehen? Wie viele Betroffene gibt es?

Für Menschen mit eingeschränktem Hör- und Sprachvermögen ist der klassische Notruf am Telefon eine große Hürde. Insbesondere, wenn es um Rückfragen der Disponenten geht. Um den Notruf barrierefreier zu machen, startet am heutigen Dienstag (28.09.2021) bundesweit die Notruf-App „Nora“.

 

Automatische Standortmitteilung via GPS

Hinter der von den 16 Bundesländern entwickelten Notruf-App „Nora“ steht der Gedanke, die Möglichkeiten moderner Smartphones für den Notruf nutzbar zu machen. Das wiederum soll es Menschen mit Handicap erleichtern, den Notruf „zu wählen“. Gerade im Ernstfall rettet eine solche Möglichkeit leben. In der Praxis kann über die App beispielsweise der Standort des Mobiltelefons direkt an die Leitstelle übermittelt werden.

Auch wir als Feuerwehr erhalten so eine konkrete Standortmeldung, sodass wir eine hilfebedürftige Person oder ein Brandereignis möglichst schnell finden können. Ihre Stärke kann die App aber auch bei einem Polizeinotruf ausspielen. Auch für Menschen ohne Handicap, die sich in einer Bedrohungslage befinden können, ist ein Notruf, ohne sprechen zu müssen, von Vorteil.

 

Handynummer hinterlegen und los geht’s

Die „Nora“-App ist sowohl für Android als auch für Apple-Geräte verfügbar. Um die Notruffunktion der App nutzen zu können, muss zunächst die Mobilnummer hinterlegt werden. Dann ist es möglich, über einen Button in der App direkt einen Notruf zu starten. Aber was kann die App? Und für wen eignet sie sich? Wir haben die Antworten.

 

Was kann die „Nora“-App?

  • Bestimmung des Standorts via GPS
  • Notruf ohne Sprachvermögen
  • Stiller (Polizei-)Notruf für bedrohliche Situationen
  • Kommunikation via Chat mit der Leitstelle

Für wen eignet sich die „Nora“-App?

  • Menschen mit Hör- und Sprecheinschränkungen
  • Personen, die schlecht oder gar kein Deutsch sprechen
  • Menschen, die in bedrohlichen Situationen einen Notruf absetzen möchten
  • Personen, die ihren Standort nicht kennen (Unfall im Wald)

Die Notruf-Funktion ganz einfach testen

Wer sich mit dem Ablauf eines Notrufs über die „Nora“-App einmal vertraut machen möchte, kann auch das tun. Die App bietet einen internen Demo-Modus. Hier kann ein kompletter Notruf simuliert werden, ohne dass bei der Leitstelle ein echter Notruf aufläuft. Das ist ideal, um den Umgang mit der App zu üben. So läuft ein beispielhafter Notruf in der „Nora“-App ab:

 

 

 

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